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Kernspintomographie (MRT)

Technische Grundlagen:

Die MRT dient der bildlichen Darstellung des Körpers, ohne Anwendung von Röntgenstrahlen, was besonders bei Untersuchungen von Kindern vorteilhaft ist. Die Bilder werden in einem Magneten, je einer Antenne zum Senden und Empfangen von Radiowellen sowie einem aufwendigen Computersystem erzeugt: Millionen von Wasserstoffatomen im menschlichen Körper reagieren wie Einzelmagnete, wenn sie einem magnetischen Feld ausgesetzt sind. Entlang der Feldlinien richten sie sich im Magnetfeld nach Norden wie eine Kompassnadel aus. Durch die Einstrahlung von Radiowellen mit einer bestimmten Frequenz werden diese kleinen Magnete aus der Feldrichtung ausgelenkt und nehmen dadurch Energie von den Radiowellen auf. Nach Ausschalten der Radiowellen drehen sich die Atome wieder in die Magnetfeldrichtung und geben dabei die aufgenommene Energie in Form schwacher Hochfrequenzsignale wieder ab. Eine hochempfindliche Antenne empfängt diese Signale, die von einem Computer zu einem Bild für die Diagnose umgewandelt werden. Nach dem heutigen Wissensstand sind bei den angewendeten Magnetfeldstärken (Feldstärken bis zu 7,0 Tesla) schädigende Wirkungen unwahrscheinlich.

Geschichte der Magnetresonanztomographie:

Im Jahre 1946 entdeckten die Physiker F. Bloch und G.M. Purcell das Prinzip der Kernspinresonanz. Für ihre Forschungstätigkeit erhielten beide Wissenschaftler 1952 den Nobelpreis. Basieren auf den Forschungsarbeiten von Bloch und Purcell, wurde 1967 von einer deutschen Firma ein Gerät zum Patent angemeldet, mit dem sich die Flüssigkeitsverteilung im menschlichen Körper bestimmen ließ. Im Jahre 1973 entwickelte der Mathematiker Lauterbur ein rechnerisches Verfahren, mit dem es erstmals möglich war, mit der Kernspinresonanztechnik Bilder zu erzeugen. Sechs Jahre später wurde das erste MRT-Bild des menschlichen Körpers im British Journal of Radiology veröffentlicht. Durch kontinuierliche Verbesserungen insbesondere der Rechnerleistung sowie der Bildqualität etablierte sich die Kernspintomographie im Laufe der 80er Jahr als ein Untersuchungsverfahren, das seitdem einen festen Platz in der bildgebenden Diagnostik hat.

Kernspintomographie in unserer Praxis:

Vor knapp 30 Jahren (Geschichte der Praxis) wurde der erste Kernspintomograph in Koblenz im Radiologischen Institut Dr. von Essen in Betrieb genommen.

Heute stehen Ihnen insgesamt vier hochmoderne Geräte in unserem Institut in der Emil-Schüller-Straße sowie ein MRT am Praxisstandort im Brüderkrankenhaus und in unserer Praxis in Simmern zu einer hoch qualifizierten Diagnostik zur Verfügung. Drei dieser Geräte haben eine extra weite Röhre mit einem Durchmesser von 70cm.

Haupteinsatzgebiete der Kernspintomographie:

  • MRT der weiblichen Brust
  • Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks
  • Erkrankungen der Gelenke und der Muskulatur
  • Erkrankungen im Oberbauch und Becken
  • MRT der Prostata
  • MRT zur speziellen Knorpeldarstellung
  • Erkrankungen des Gefäßsystems
Das 3.0 Tesla MRT wurde im Juni 2007 in Betrieb genommen.

Das 3.0 Tesla MRT wurde im Juni 2007 in Betrieb genommen.

Ablauf der Untersuchung

Während der Untersuchung liegen Sie im Kernspinraum auf einer Liege, die sich bei supraleitenden Geräten langsam in eine 60-70 cm große Öffnung des röhrenförmigen Magneten hineinbewegt. Während der Untersuchung sollten Sie ruhig und entspannt liegen. Sie hören starke Klopfgeräusche, die völlig normal sind und von elektromagnetischen Schaltungen herrühren.
Zu jeder Zeit haben Sie Sprechkontakt zum Personal. Sie bekommen während der Untersuchung einen Gehörschutz.

Sollten Sie zu Platzangst neigen, kann Ihnen ein BeruhigungsmitteI gespritzt werden. Nach der Untersuchung sind Sie dann allerdings nicht verkehrsfähig.
In manchen Fällen ist es notwendig, “Kontrastmittel” (paramagnetische Substanzen) zu verabreichen, um aussagekräftigere Bilder zu erhalten bzw. Entzündungen oder Tumoren nachweisen zu können.

Einschränkungen der Methode:

Die Kernspintomographie ist bei bestimmten Personen nicht anwendbar. Um mögliche Risiken zu vermeiden, sollten Sie mitteilen, ob Sie einen Herzschrittmacher tragen, ob sich Metallteile in Ihrem Körper befinden (z.B. Metallprothesen, Gefäßclips, Granatsplitter, Innenohrimplantate), ob Sie am Herzen oder am Kopf operiert wurden.
Patienten mit einem Herzschrittmacher oder sonstigen elektronischen Implantaten dürfen den MRT Raum in keinem Fall betreten!
Bei allen anderen Situationen wird der Arzt entscheiden, ob diese Untersuchung durchgeführt werden kann. Vor jeder Untersuchung erhalten Sie einen Fragebogen, den Sie sorgfältig ausfüllen sollten.

Mögliche Zwischenfälle während oder nach der Untersuchung:

Die Untersuchung verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Vorübergehende oder bleibende Schäden an Organen wurden bislang nicht festgestellt. Bei Anwendung des Kontrastmittels wurden gelegentlich geringfügige Nebenwirkungen wie Übelkeit und Allergien beobachtet. Hautreizungen können durch Tätowierungen und Hautkosmetika auftreten, wenn diesen Farben Metallpartikel beigemengt sind

Worauf Sie vor, während und nach der Untersuchung achten sollten:

Metallteile, die in das Magnetfeld gelangen, können zu Verletzungen führen; folgende Gegenstände müssen deshalb vor dem Betreten des Untersuchungsraumes abgelegt werden: Uhren, Brillen, Ohrringe – Scheckkarten mit Magnetstreifen ( werden durch das Magnetfeld gelöscht!) – Metallteile an der Kleidung (z.B. Gürtelschnallen) <>Geldmünzen, Kugelschreiber, Schlüssel und andere Metallteile (z.B. Haarspangen) Zahnersatz – Hörhilfen.

 

MRT Untersuchungen bei einliegenden Implantaten und Sensoren

Auf Grund wiederholter Nachfragen und unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur, Studienergebnissen und Herstellerangaben weisen wir darauf hin, dass wir keine MRT-Untersuchung bei Patientinnen und Patienten durchführen können mit:

  • einliegendem Herzschrittmacher
  • einliegendem Cochleaimplantat
  • einliegenden Medikamentenpumpen (diese müssen vorher, wenn möglich abgenommen werden)
  • einliegenden Neurostimulatoren
  • Freestyle Libre Messsystem oder sonstigen Sensoren zur Messung des Blutzuckers (Sensoren müssen vorher abgelegt werden)

 

Für geplante MRT-Untersuchungen bei:

  • einliegender mechanischer Herzklappe
  • Implantaten am oder im Ohr (Gehörknöchelchenersatz o.ä.)

sollte bitte ein gültiger Implantatausweis zur Untersuchung mitgebracht werden, aus dem hervorgeht, dass eine MRT-Untersuchung unbedenklich möglich ist.

Piercings im MRT

Grundsätzlich sollten alle Piercings vor einer MRT-Untersuchung abgelegt werden. Dies gilt v.a. für solche, die sich im zu untersuchenden Bereich befinden. Insbesondere bei magnetischen Piercings kann es zu Erwärmung und Schmerzen kommen. Zwischen zwei oder mehreren Piercings kann es zu elektrischen Strömen kommen und dadurch zu erheblichen Verbrennungen.

Tätowierungen im MRT

Die Farbstoffe für Tätowierungen enthalten Eisenoxidpartikel in unterschiedlicher Konzentration. Auf Grund dessen kann es im Rahmen einer MRT-Untersuchung durch das starke Magnetfeld und die eingestrahlte Energie zur Erwährmung von Tattoos kommen. In Einzelfällen sogar zu Verbrennungen. Dies gilt insbesondere, wenn die Tätowierung im Messfeld, d.h. genau in der zu untersuchenden Körperregion liegt.

Diese Gefahr besteht im übrigen auch, wenn Tätowierungen wieder entfernt wurden!

Bei frisch gestochenen Tattoos gibt es in der Literatur Einzelfallberichte, dass diese durch eine MRT "verlaufen" können. Daher empfehlen wir bei einer frischen Tätowierung sechs Wochen bis zu einer MRT-Untersuchung zu warten.

Gleiches gilt auch für Permanent-Makeup.