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MRT der Prostata

Das Prostatacarcinom ist mit einem Anteil von etwa 22% in Deutschland die häufigste bösartige Neoplasie beim Mann. Jährlich werden in Deutschland etwa 50.000 Prostatacarcinome diagnostiziert. Bei den zum Tode führenden Krebserkrankungen beim Mann steht das Prostatacarcinom mit etwa 10% in Deutschland an 3. Stelle.
Die Prävalenz eines Prostatacarcinoms ist mit etwa 70% bei Männern über 80 sehr hoch.

Als Screening (Früherkennung) wird momentan bei Männern ab dem 50. Lebensjahr eine digitale rektale Untersuchung und die Bestimmung des sogenannten PSA-Wertes im Serum empfohlen.

Indikationen zur Kernspintomographie/ MRT der Prostata:

  • Bei bereits histologisch gesichertem Prostatacarcinom zur prätherapeutischen Stadien­einteilung und hier insbesondere zur Detektion eines die Prostatakapsel überschreitend wachsenden Tumors. Die Treffsicherheit zur genauen Stadieneinteilung liegt laut aktueller Studienlage bei bis zu 90%.
  • Im Nachweis eines Prostatacarcinoms im Falle eines erhöhten PSA-Wertes und einer (oder mehrerer) negativer, ultraschallgesteuerter Stanzbiopsie(n). Hierbei ist dringend darauf zu achten, dass eine MRT-Untersuchung frühestens 4 Wochen nach einer Stanzbiopsie durchgeführt werden sollte (durch Einblutungen durch die Biopsie kann die Qualität der MRT-Untersuchung erheblich negativ beeinträchtigt werden).
    Bei dieser Indikation ist der große Vorteil der MRT gegenüber allen anderen bildgebenden Verfahren die Darstellung der Prostata und ihrer umgebenden Organe. Bei Patienten mit einem erhöhten PSA-Wert und negativer Stanzbiopsie kann mit einer herkömmlichen MRT-Diagnostik eine Sensitivität von etwas über 80% im Nachweis des Prostatacarcinoms bei wiederholter gestützter Stanzbiopsie erreicht werden. Mit einer herkömmlichen MRT ist allerdings in der Regel keine zuverlässige Unterscheidung zwischen Prostatacarcinom und einer differentialdiagnostischen chronischen Entzündung (Prostatitis), Fibrose und speziellen Tumorvorstufen (intraepithelialer prostatischer Neoplasie) möglich.

Die Sensitivität und die Spezifität der MRT-Untersuchung der Prostata hinsichtlich des Nachweises eines tumorverdächtigen Befundes kann mit neuen innovativen Verfahren deutlich gesteigert werden. Hierzu zählt u.a. der Einsatz bestimmter Untersuchungsstrategien. Hierzu zählt u.a. die sogenannte dynamische Kontrastmitteluntersuchung und die Messung der Wasserstoffprotonenbeweglichkeit. Mit Hilfe dieser Maßnahmen kann die Genauigkeit zur Tumordetektion und –lokalisation bei auffälligem PSA-Wert nachweislich auf über 90% verbessert werden.

Die Durchführung einer sogenannten Spektroskopie hat sich hingegen nicht durchgesetzt, da viele Studien gezeigt haben, dass zum einen die Anwendung der oben genannten Sequenzen die besten Ergebnisse erzielt und zum anderen die Spektroskopie häufig sehr unzuverlässig ist.

Da diese Untersuchungen ausschließlich an unserem 3 Tesla MRT durchgeführt werden, ist nur noch in Ausnahmefällen der Einsatz einer sogenannten Endorektalspule notwendig. Neueste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass bei einer Untersuchung an einem solchen Gerät in der Regel auf eine solche Spule verzichtet werden kann.

Diese neuen innovativen Untersuchungsverfahren werden im Radiologisches Institut Dr. von Essen angeboten.

Ein Wort zum Schluss!

Zu beachten ist, dass auch mittels Einsatz neuester innovativer bildgebender Verfahren bei auffälligem PSA-Wert ein Prostatacarcinom bei unauffälligem MRT-Befund niemals mit 100%iger Sicherheit auszuschließen ist. Daher liegt der hauptsächliche Sinn der Methode bei zunächst negativer Stanzbiopsie darin, dem Urologen bzw. dem Kliniker auffällige Strukturen in der Prostata aufzuzeigen, welche bei einer Wiederholungsbiopsie im besonderen Maße beachtet werden sollten.

Nachweis eines Prostatakarzinoms im rechten Prostatalappen. Schon die anatomischen Bilder in T2-Wichtung (a und d) zeigen den verdächtigen Befund im Quer- und Frontalschnitt. Die Messung der Wasserstoffprotonenbeweglichkeit (b) erhärtet den Verdacht. Die Analyse der Kontrastmittelkinetik (c) zeigt in diesem Bereich eine deutlich gesteigerte Durchblutung. Der Befund wurde durch eine gezielte Gewebeprobe in Kenntnis des MRT-Befundes histologisch gesichert.

Das Radiologische Institut Dr. von Essen hat mit der Urologischen Klinik sowie der Pathologischen Abteilung des BWZK und über 30 niedergelassenen Urologen aus Koblenz und Umgebung das Prostatazentrum-Koblenz-Mittelrhein gegründet. Sinn und Zweck ist es, Ihnen als Patient eine optimale ärztliche Betreuung, Diagnostik und Therapie aus Expertenhand zukommen zu lassen.